Startseite | Impressum | Register von A - Z | Sitemap | Anfahrt | Kontakt

Gynäkologische Onkologie

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in unserer Praxis ist die umfassende Betreuung von Patientinnen mit Krebserkrankungen der weiblichen Genitalorgane. Diese Schwerpunkttätigkeit nennt man Onkologie.
Ein Teil der Diagnostik wie beispielsweise Brust-Stanzbiopsien und die medikamentöse Behandlung mit Chemotherapie, Anti-Hormonen, Antikörpern oder Bisphosphonaten, wird auch in unserer Praxis durchgeführt.
Die wichtigste Aufgabe ist jedoch sicher die Koordinierung aller Behandlungsschritte mit verschiedenen Fachkollegen anderer Fachrichtungen und den Kliniken. Wir halten sozusagen die Fäden in der Hand und behalten den Überblick bei den teilweise sehr komplexen Behandlungsabläufen.

Die Betreuung onkologischer Patientinnen umfasst viele Bereiche. Dazu gehören unter anderem:

1. die Primärprävention, also die Vermeidung von Krebserkrankungen
2. die gezielte Früherkennung
3. die klinische und invasive Diagnostik
4. die Durchführung einer notwendigen Chemotherapie
5. die Durchführung einer (Anti-) Hormontherapie
6. die Behandlung mit Antikörpern (Trastuzumab, Bevacizumab)
7. die individualisierte Nachsorge.

Hochwirksam und verträglich: endokrine Therapie

Die (Anti-)hormonelle oder auch endokrine Therapie ist vor allem beim Brustkrebs ein entscheidender Bestandteil der Therapie.
Bei der Hormontherapie macht man sich die Tatsache zunutze, dass viele bösartige Geschwulste der weiblichen Brust auf Hormone reagieren und in ihrem Wachstum durch Anti-Hormone gehemmt werden können.

Der grosse Vorteil der endokrinen Therapie ist die überwiegend gute bis sehr gute Verträglichkeit, schwerwiegende Nebenwirkungen wie bei der Chemotherapie sind selten.

Tamoxifen
Die lange Zeit am häufigsten eingesetzte Substanz ist das Anti-Östrogen Tamoxifen.
Die Nachbehandlung mit Tamoxifen 20 mg/Tag über 5 Jahre ist bei Patientinnen mit Hormon-Rezeptor-positivem Brustkrebs, die bei der Erstdiagnose noch nicht in den Wechseljahren waren, der Goldstandard.

Aromatasehemmer
Bei Patientinnen mit Hormon-Rezeptor-positivem Brustkrebs, die bei der Erstdiagnose in den Wechseljahren waren, werden häufig sogenannte Aromatase-Hemmer statt oder in Kombination mit Tamoxifen eingesetzt.
Hierzu gehören die Wirkstoffe Anastrozol, Exemestan und Letrozol.

Fulvestrant
Sehr wirksam bei der Behandlung von metastasiertem Brustkrebs ist die Gabe eines hochselektiven Anti-Östrogens, Fulvestrant. Dieses Medikament muss als intramuskuläre Spritze alle 4 Wochen verabreicht werden.

Gestagene
Nur noch sehr selten angewendet wird die hochdosierte Gabe von synthetischen hochdosierten Gestagenen wie MPA oder Megestrolacetat. Diese Medikamente werden in Tablettenform eingenommen.

Häufig noch unverzichtbar: die Chemotherapie

Die Chemotherapie ist vor allem beim Brust- und Eierstockkrebs ein zentraler Bestandteil der Therapie.
Bei einer Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika verabreicht. Zytostatika sind spezielle Medikamente, die wachsende bzw. sich teilende Zellen abtöten können. Krebszellen unterscheiden sich von normalen gesunden Zellen dadurch, daß sie unkontrolliert und auch schneller wachsen. Durch diese Eigenschaft werden sie gegenüber Zytostatika sehr empfindlich. Am wirksamsten ist eine Chemotherapie daher bei bösartigen Tumoren, die besonders schnell wachsen.

Nebenwirkungen können beherrscht werden.
Keine Frage, eine Chemotherapie ist sicher eine für den Gesamtorganismus sehr belastende Behandlung. Durch die sorgfältige Auswahl und Durchführung der richtigen Chemotherapie sowie geeignete sogenannte supportive (= unterstützende) Maßnahmen lassen sich jedoch viele der gefürchteten Nebenwirkungen entweder deutlich abmildern oder sogar vollständig unterdrücken.
Bei jedem Therapieschema können spezifische Nebenwirkungen auftreten. So tritt der gefürchtete Haarausfall nur bei einem Teil der Chemotherapien auf. Ein solcher Haarausfall ist fast immer vollständig reversibel.
Bei jedem Therapieschema kommt es zu einer mehr oder weniger starken Beeinträchtigung der Blutzellen bzw. des blutbildenden Knochenmarks. Aus diesem Grund wird das Blutbild während einer Chemotherapie regelmäßig kontrolliert.
Die gefürchtete Nebenwirkung Übelkeit und Erbrechen lässt sich meistens durch die Gabe spezieller Medikamente (sogenannte 5-HT3-Antagonisten, Aprepitant, Dexamethason) wirksam abfangen.

Zielgerichtet: Therapie mit Antikörpern

Bei der Behandlung einer bestimmten Untergruppe von Patientinnen mit Brustkrebs ist die Behandlung mit dem humanisierten Antikörper Trastuzumab seit Jahren Standard. Die Therapie läuft parallel zur Chemotherapie und wird dann für eine Gesamtdauer von 5 Jahren fortgeführt.
Der Antikörper Bevacizumab hemmt die Neubildung von Blutgefässen, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Bevacizumab wird bei metastasiertem Brustkrebs sowie bei fortgeschrittenen Stadien von Eierstockkrebs begleitend zur Chemotherapie eingesetzt.

DMP

Selbstverständlich nimmt unsere Praxis am Disease-Management-Programm (kurz: DMP) "Brustkrebs" teil.
Bis auf wenige Ausnahmen werden alle unsere Patientinnen diesem strukturierten Behandlungsprogramm zugeführt.