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Hormonelle Verhütung

Hormonelle Verhütungsmittel wie Pille in Ihren verschiedenen Varianten wie Mikropille und Minipille, Hormonring, Hormonpflaster oder auch die Dreimonatsspritze sind bei Frauen, die eine sichere Verhütung wünschen, zur Zeit immer noch die am häufigsten angewendeten Verhütungsmittel. Neben der Flexibilität der Anwendung schätzen viele Anwenderinnen Nebeneffekte wie Zykluskontrolle, Besserung von Menstruationsschmerzen, Akne und prämenstruellem Syndrom.
Neue Trends sind zum einen die Langzykluseinnahme, also die kontiuierliche Einnahme der Pille ohne Pausen (wie bei der Minipille ja schon immer zwingend notwendig); das funktioniert prinzipiell bei jeder sogenannten Einphasen-Pille und ist auch medizinisch völlig unbedenklich. Zum anderen sind in den letzten beiden Jahren die ersten Pillen mit dem natürlichen Estrogen 17-ß- Estradiol statt Ethinylestradiol, wie bisher üblich, auf dem Markt erschienen.

Alle wichtigen Methoden im Vergleich

Sie finden auf diesen Seiten zu jeder Methode einen ausführlichen "Steckbrief" mit Darstellung von Vor- und Nachteilen, Besonderheiten und Kosten.
Selbstverständlich haben wir auch interessante weiterführende Links zum Thema Empfängnisverhütung gesammelt.

Pille

Die "Pille" gibt es in 2 Varianten: die klassische Kombinationspille mit Gestagen- (Gelbkörperhormon)Anteil und Estrogen, meist als Einphasen-Pille.
Die andere Variante ist die Minipille, die nur ein Gestagen- (Gelbkörperhormon) enthält.

Wirkung

Die "klassische" Pille hemmt den Eisprung und wird deswegen auch als "Ovulationshemmer" bezeichnet. Nach heutigem Verständnis beruht die Wirkung in erster Linie auf einer Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, auch die verringerte Beweglichkeit der Eileiter spielt eine wichtige Rolle.
Sie enthält eine Kombination aus einem Estrogen (meist Ethinylestradiol) und einem Gestagen. Solche Präparate werden 21 (selten 22) Tage lang eingenommen, dann folgen 7 (bzw. 6) Tage Pause, in denen es zu einer Blutung kommt.
Als Mikropillen bezeichnet man eine Untergruppe der klassischen Kombinationspillen. Ihr Estrogenanteil liegt immer bei höchstens 30 Mikrogramm Ethinylestradiol pro Tag. Bei diesen Mikropillen kommt es auch nicht mehr immer zu einer Hemmung des Eisprungs.

Vorteile

sehr sichere Wirkung;
positive Nebeneffekte, zum Beispiel bei starken Regelschmerzen, Zyklusstörungen, Hautproblemen, bestimmten Formen von Haarausfall u.s.w.
die Pille schützt übrigens auch vor bestimmten Krebsarten! Hier ist in erster Linie an den tückischen Eierstock-Krebs zu denken; Frauen mit mindestens 6-jähriger "Pillen"-Einnahme haben ein bis zu 80% gesenktes Risiko. Auch bei Gebärmutterkörperkrebs besteht ein weitreichender Schutz

Nachteile, Nebenwirkungen

tägliche Einnahme erforderlich möglichst zur gleichen Tageszeit;
kann vergessen werden;
unsichere Aufnahme bei Magen-Darm-Erkrankungen;
mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten!
erhöhtes Risiko für eine Venenthrombose und Lungenembolie, vor allem wenn weitere Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, angeborene Gerinnungsstörungen) vorliegen;

Für wen geeignet?

für alle Frauen, die vor allem sicher und flexibel verhüten wollen, vor allem dann, wenn noch gezielt einer oder mehrere der oben genannten positiven Nebeneffekte gewünscht wird;
Risiko-Faktoren müssen im Vorgespräch ausgeschlossen werden!

Für wen nicht geeignet?

Frauen mit bestimmten Lebererkrankungen und Lebertumoren;
bei Frauen mit bekannter oder vermuteter angeborener Blutgerinnungsstörung und/oder Venenthrombose und/oder Lungenembolie in der Vorgeschichte darf ggf. nur die "Minipille" angewendet werden!
Auch starke Raucherinnen sollten nur die Minipille anwenden.

Kosten

18,- bis ca. 45,- € für 3 Monate (Stand Juni 2013)

Hormonimplantat

Es handelt sich dabei um ein kleines, dünnes Kunststoff-Stäbchen, das auf der Innenseite des Oberarmes direkt unter die Haut eingesetzt wird (Lokalanästhesie, schmerzfrei). Das Stäbchen enthält als Wirkstoff ein Gestagen (=Gelbkörperhormon). Dieser Wirkstoff ist in dem speziellen Kunststoff dieses Stäbchens eingelagert und wird in kleinsten Mengen langsam und gleichmässig über 3 Jahre freigesetzt.

Wirkung

Die empfängnisverhütende Wirkung beruht einerseits auf einer Hemmung des Eisprungs (Ovulation) und andererseits auf einer Veränderung des Gebärmutterhals-Schleims; dadurch wird das Aufsteigen der Spermien in die Gebärmutter erschwert und die normale Funktion der Spermien verhindert.

Vorteile

sehr sicher, bisher keine ungewollten Schwangerschaften bekannt;
lange Wirkdauer (3 Jahre);
keine Estrogene und damit Estrogen-bedingte Nebenwirkungen;
günstige Nebeneffekte: Frauen mit erhöhtem Gelbkörperhormon-Bedarf, z.B. bei Endometriose, ausgeprägtem prämenstruellem Syndrom, Brustschmerzen u.s.w.;

Nachteile, mögliche Nebenwirkungen

Blutungsstörungen (Schmierblutungen) zu Beginn;
Einsetzen und auch das Entfernen nach 3 Jahren sind ein kleiner Eingriff;

Für wen geeignet?

für alle Fauen, die sehr sicher verhüten wollen;
auch geeignet für Frauen, die die normale "Pille" entweder nicht vertragen oder nicht einnehmen sollten (z.B. Raucherinnen, Alter über 40, Krampfadern us.w.);

Für wen nicht geeignet?

Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff

Kosten

Ca. 335,- € inkl. Einsetzen, aktueller Preis auf Anfrage

Dreimonatsspritze

Ein Gestagen (Gelbkörper)-Depot wird intramuskulär gespritzt und gibt drei Monate lang gleichmäßig seinen Wirkstoff ab.

Wirkung

Die Wirkung ist im Prinzip wie bei der Minipille (der Schleim im Gebärmutterhals wird für Samenzellen undurchlässig, Samenzellen sind nicht befruchtungsfähig), außerdem wird der Eisprung unterdrückt.
Bei Anwendung der Dreimonatsspritze kommt es häufig zu einem Ausbleiben der Regelblutung; dieses vorübergehende Ausbleiben der Regelblutung ist völlig harmlos.

Vorteile

sehr sicher;
drei Monate "Ruhe" mit der Verhütung;
günstige Nebeneffekte: Frauen mit erhöhtem Gelbkörperhormo -Bedarf, z.B. bei Endometriose, ausgeprägtem prämenstruellem Syndrom, Brustschmerzen u.s.w.

Nachteile, mögliche Nebenwirkungen

Blutungsstörungen (Schmierblutungen) in den ersten Monaten;
nach Absetzen der Dreimonatsspritze kann das erneute Einsetzen der Regelblutung bis zu 6 Monaten und in manchen Fällen auch länger dauern;
bei länger dauernder Amenorrhoe Überprüfung des Estrogen-Blutspiegels erforderlich, sonst bei langjähriger Anwendung erhöhtes Risiko der Osteoporose;

Kosten

25 € inkl. Injektion, aktueller Preis auf Anfrage

Für wen geeignet?

für alle Fauen, die sicher verhüten wollen;
auch geeignet für Frauen, die die normale "Pille" entweder nicht vertragen oder nicht einnehmen sollten (z.B. Raucherinnen, Alter über 40, Krampfadern us.w.);

Für wen nicht geeignet?

Für sehr junge Mädchen unter 18 ist die Dreimonatsspritze nicht erste Wahl;

Hormonring

Bei dem Hormonring werden die Wirkstoffe (Ethinylestradiol + Gelbkörperhormon) aus einem dünnen Kunststoff-Ring über die Scheide direkt in die Blutbahn abgegeben.

Wirkung

Der Hormonring funktioniert prinzipiell wie die Pille. Der wesentliche Unterschied besteht in der Aufnahme der Wirkstoffe in den Organismus. Während bei der Pille die gesamte Hormonmenge über den Magen-Darm-Trakt und die Leber in den Körper gelangt, gelangen beim Hormonring die Wirkstoffe (Ethinylestradiol + Gelbkörperhormon) aus einem dünnen Kunststoff-Ring über die Scheide direkt in die Blutbahn.
Die erreichten Hormon-Blutspiegel sind nach neueren Untersuchungen allerdings bis zu 60% höher als bei der Pille!

Vorteile

sicher;
es muß nicht jeden Tag an die Einnahme gedacht werden;
günstige Nebeneffekte wie bei der Pille: Linderung von Regelschmerzen, Prämenstruellem Syndrom u.a., regelmäßige Blutung;

Nachteile, mögliche Nebenwirkungen

erhöhtes Risiko für eine Venenthrombose und Lungenembolie, vor allem wenn weitere Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, angeborene Gerinnungsstörungen) vorliegen;
Blutungsstörungen (Schmierblutungen) zu Beginn;
vermehrter Ausfluß, Scheidenirritationen;
gelegentlich Fremdkörpergefühl beim Partner;
vergleichsweise hoher Preis;

Für wen geeignet?

für alle Fauen, die sicher verhüten wollen;
besonders geeignet für Frauen, die unter Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Leber leiden und bei denen die Pille zu unsicher ist;

Für wen nicht geeignet?

Frauen mit bekannter oder vermuteter angeborener Blutgerinnungsstörung;
Venenthrombose und/oder Lungenembolie in der Vorgeschichte;
starke Raucherin!

Kosten

45,- € für 3 Monate (Stand Juni 2013)

Hormonpflaster

Beim Hormonpflaster werden die Wirkstoffe (Ethinylestradiol + Gelbkörperhormon) aus einem dünnen Pflaster über die Haut direkt in die Blutbahn freigesetzt.

Wirkung

Das Verhütungspflaster EVRA® funktioniert prinzipiell wie die Pille. Der wesentliche Unterschied besteht wie auch beim NuvaRing® in der Aufnahme der Wirkstoffe in den Organismus.
Während bei der Pille die gesamte Hormonmenge über den Magen-Darm-Trakt und die Leber in den Körper gelangt, gelangen beim Pflaster die Wirkstoffe (Ethinylestradiol + Gelbkörperhormon) über die Haut direkt in die Blutbahn.
Wie bei dem NuvaRing ist nach neueren Erkenntnissen der Hormon-Blutspiegel aber bis zu 60% höher als bei der Pille!

Vorteile

sicher;
es muß nicht jeden Tag an die Einnahme gedacht werden;
günstige Nebeneffekte wie bei der Pille: Linderung von Regelschmerzen, Prämenstruellem Syndrom u.a., regelmäßige Blutung;

Nachteile, mögliche Nebenwirkungen

erhöhtes Risiko für eine Venenthrombose und Lungenembolie, vor allem wenn weitere Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, angeborene Gerinnungsstörungen) vorliegen;
Blutungsstörungen (Schmierblutungen) zu Beginn;
gelegentlich Hautreizungen an der Klebestelle;

Für wen geeignet?

für alle Fauen, die sicher verhüten wollen;
vor allem auch geeignet für Frauen, die unter Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Leber leiden;

Für wen nicht geeignet?

Frauen mit bekannter oder vermuteter angeborener Blutgerinnungsstörung;
Venenthrombose und/oder Lungenembolie in der Vorgeschichte;
starke Raucherin!

Kosten

45 € für 3 Monate (Stand Juni 2013)